Willkommen in Brügge: Ein Besuch in der neu eröffneten Kunsthalle BRUSK
Shownotes
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00:00:03: Herzlich willkommen zum Weltkunst Podcast Spezial heute über Brügel und seine neue Kunsthalle Brüsk.
00:00:11: Mein Name ist Matthias Elad, ich bin Direktor Editorie bei der Weltkunste und begrüße heute als Gast bei mir Reif Gerstenberg.
00:00:19: Hallo Reif!
00:00:20: Hallo schön hier zu sein.
00:00:22: Reif ist ein freier Kulturjournalist, der oft für die Weltkunster arbeitet und auch den Deutschland von Kultur.
00:00:30: Das große Vergnügen einer der ersten zu sein, die schon vor der Öffnung der neuen Kunsthalle sie sich anschauen konnten.
00:00:38: Doch bevor wir da jetzt auf die Details eingehen und auf die ganzen spannenden Geschichten, die dahinter stecken wollte ich dich erst mal fragen was du überhaupt vorher schonmal in Brügge?
00:00:48: Ich war noch nicht im Brügel habe aber viel gehört und ja ich war sehr interessiert das auch mal selbst zu sehen.
00:00:55: Ja also ich muss sagen bei mir ist es auch schon recht lange her.
00:00:59: Oh Gott, wie lange ist das her?
00:01:00: Elf Jahre.
00:01:00: Zwei Tausend Fünfzehn Mal auf der Triennale in Brüggen.
00:01:03: Die findet, wie der Name schon sagt alle drei Jahre Stadt und bringt Gegenwartskunst in dieses tolle historische Ambiente da Und es war bislang mein Einzismat.
00:01:13: Ich war auch total begeistert von diesem Venedig des Nordens.
00:01:16: Also die Stadt ist so von kleinen Kanälen durchzogen, die man mit einem Bötchen befahren kann.
00:01:22: unbedingt muss man auf dem Bellfried drauf, was du da eigentlich drauf auf diesem Aussicht saumst.
00:01:26: Ich habe
00:01:26: es nicht geschafft, war ein bisschen wenig Zeit leider.
00:01:28: Ja also das sollte sie beim nächsten Mal unbedingt vornehmen.
00:01:31: Man hat einen herrlichen Überblick über diese ganze so wunderbar erhaltene Altstadt.
00:01:36: und ja Essen trinken kann man auch hervorragend.
00:01:40: Es gibt gute Kunst zu sehen.
00:01:41: Und jetzt eben um wieder den Bogen zu bekommen als neuen künstlerischen Hotspot Auch die Kunsthalle Brüsk.
00:01:49: Sprechen Sie das richtig aus?
00:01:50: Brüsc oder wird sie brüsk gesprochen?
00:01:53: Also im Flemischen sagt man wohl, und ich habe mich das auch gefragt.
00:01:57: also was ist das in das fünf Buchstaben ist das ein flehmisches Wort und hab es gegoogelt Und hab nichts gefunden.
00:02:04: Insofern habe ich dann Christels Drüppe Es sind die Direktoren von Musea Brügel Das ist so ein verbund mehrerer musealer Einrichtungen in Brüggel Gefragt
00:02:15: Was
00:02:16: dass ist Brüsch.
00:02:22: Brüsk ist eine Erfindung, es ist kein echtes Wort.
00:02:25: Es ist wie eine Kombination aus Brüche und Bruskieren.
00:02:29: Also ist einfach eine Erfindung – brüsk!
00:02:31: Es klingt gut, es hat Verbindungen zu Brüge, zur Kunst und ein bisschen zum Bruscieren.
00:02:37: Und das ist es was wir wollen diese Perspektive dieses Bild.
00:02:41: Wir wollen einem diversen Publikum diverse Kunstformen präsentieren, wechselnde Ausstellungen die manchmal auch ein bisschen bruskieren.
00:02:49: Aber immer mit der Vorstellung dass man zueinander findet eine Verbindung herstellt nicht mit der vorstellung das man sich voneinander entfernt.
00:02:59: Ah!
00:02:59: Das ist interessant.
00:03:00: Das heißt man will also hier nicht nur Kunst zeigen die zum historischen Ambiente von Brügel passt sondern das Publikums durchaus auch mit Gegenwartskunst fordern.
00:03:11: So habe ich es verstanden.
00:03:12: Also die neue Kunsthalle Brüsk befindet sich ja direkt im historischen Zentrum von Brügger, also man biegt hinter dem bekannten Röninge Museum in ein unscheinbares Tor ein durchquert zwei Höfels altes Mauerwerk alles sehr schön begrünt und kommt dann in einen dritten Hof.
00:03:33: und erst dann sieht man die Glasfassade der neuen Kunsthulle Brüßg fast etwas geduckt zwischen den Mauern der Altstadt auf der einen Seite und einem sehr schönen Park, auf der anderen Seite liegt.
00:03:51: Es ist ein bisschen versteckt im Zentrum der Altstatt von Brücke.
00:03:54: Jeder, der an Brücke denkt, denkt an die historischen Gebäude – die niedlichen Häuser das UNESCO-Weltkulturerbe.
00:04:01: Und dann kommst du hierher und folgst ein paar Egenstraßen.
00:04:04: Und dieses Gebäud entwickelt sich vor deinen Augen!
00:04:07: Es ist eine Überraschung, es ist groß einerseits aber auch klein und intim.
00:04:12: Und wenn du von innen durch die Fenster guckst siehst du die historischen Türme des Panoramas der Stadtbrücke.
00:04:18: Es ist zugleich ein starker Kontrast und eine Verbindung.
00:04:25: Starker Kontraster läuten ja gleich bei mir wieder so'n bisschen die Angstglocken.
00:04:31: Fügt sich das Gebäude denn wirklich gut in die Altstadt ein oder ist es eher ein modernistischer Fremdkörper inmitten der historischen Substanz?
00:04:40: Nein, also wie gesagt ich finde die Halle passt sich wirklich sehr gut ein obwohl sie keinswegs klein ist.
00:04:46: Die Architekten des Büros Robricht Andam und Olivier Saalens haben damit ihrer Stahl- und Glaskonstruktion eine sehr einfühlsame Lösung gefunden.
00:04:58: So eine Art fließenden Übergang, also die Altstadt spiegelt sich in der Fassade und auch das stromazeugende Schrägdach mit seinen grünlich schimmernden Solarpanelen, die so ein bisschen an oxidierte Kupferdecher erinnern, fügt sich wirklich sehr gut in die Skyline von Brügge ein.
00:05:15: Also es ging hier nicht nur um eine architektonische Lösung, sondern auch nachhaltiges Bauen war ein Thema.
00:05:22: Genau also das Solar-Dach von tausend dreinhalb Quadratmetern versorgt das Gebäude mit selbst erzeugtem Strom und in einer der beiden Eröffnungsaustellungen auf die wir später nochmal zu sprechen kommen wird Nachhaltigkeit auch noch mal zum Thema.
00:05:37: Aber lasst uns zunächst erstmal in der Eingangssituation bleiben, denn zunächst betritt man ja die Eingangsheile von der zwei Treppen in die oberen Stockwerke führen wo sich dann die Ausstellungshallen befinden.
00:05:49: Und die Architekten bezeichnen diesen sehr gräumigen Einganksbereich auch als Skala Grande hat mir die Museumsleiterin Christel Struppe erklärt
00:06:01: Das
00:06:03: Wichtigste an der Skala Grande, der Eingangshalle ist, dass es ein öffentlicher Raum ist.
00:06:08: Man
00:06:08: muss also kein Ticket zahlen um hier reinzukommen.
00:06:11: Die Türen sind offen während der Öffnungszeiten des Museums – jeder kann rein!
00:06:15: Es gibt einen Café, die Barbrusch, dem Museumsshop und ein paar Kindergebäude.
00:06:20: Es soll transparent und offensein für die Ausstellungen, die im ersten Stock zu sehen sind in den großen Ausstellungshallen.
00:06:26: Dort muss man ein Ticket bezahlen Aber der Hauptschlur ist offen und transparent.
00:06:33: Diese Kunsthalle Brüsk gehört ja zu Museer Brücke, einem Verbund von mehreren musialen Einrichtungen das einmal das Röninge Museum mit seiner klassischen Sammlung die Liebfrauenkirche und der von dir schon erwähnte Glockenturm Belfried so ein bisschen das Wahrzeichen der Stadt.
00:06:52: Und seit November, zwei tausendfünfundzwanzig gibt es auch ein wissenschaftliches Forschungszentrum Brun.
00:06:58: Das ist direkt mit der neuen Kunsthalle Brüsk verbunden.
00:07:09: Wir haben viele Forscher die für uns arbeiten.
00:07:12: wir erforschen die Sammlung von Museabrücke.
00:07:14: Wir haben mehr als neunzigtausend Kunstwerke und die wissenschaftliche Forschung für die Geschichten, die wir erzählen wollen.
00:07:22: Für das was wir dem Publikum zeigen wollen.
00:07:25: Im Seitengebäude von Brüsk – einem alten Schulgebäude, das renoviert wurde ist unser Forschungszentrum.
00:07:32: Und die Verbindung zwischen Brun und Brüsc sind Korridore mit Restaurationsatteliers Mit Depots Räume für unsere Sammlungen Für das Lager in der Sammlung Für die Restauration und die Konservation.
00:07:44: All diese Funktionen, die so wichtig sind für ein Museum, sind hier zusammen in den Gebäuden von Brust und Brunnen und verbunden miteinander.
00:07:52: Denn eine Ausstellung kann nicht ohne eine gute wissenschaftliche Vorarbeit gemacht werden – ohne die wunderschöne Teile der Sammlungen, die wir haben.
00:08:00: Also es ist alles miteinander
00:08:01: verbunden.".
00:08:04: Wo wurde denn eigentlich vorher die?
00:08:06: ganze zeitgenössische Kunst im Brücke gezeigt, bevor es die neue Kunsthalle gab.
00:08:10: Ja genau das war das Problem.
00:08:12: also wir hatten eigentlich keinen Platz.
00:08:14: wechselnde Ausstellungen wurden im Gröninger Museum gezeigt wo allerdings die großen Sammlungen der sogenannten flemischen Primitiven Jan van Eyck und Hans Memling hängen.
00:08:25: Also primitiv ist so ein Begriff aus dem XIX Jahrhundert, da heißt jetzt nicht ungeschickt oder simpel sondern steht für früh-und ursprünglich.
00:08:34: Das ist ja eigentlich auch ein Grund warum man als Kunstfreund nach Brugge fährt um eben Jan von Eyck & Hans Memlingen zu sehen.
00:08:41: Genau!
00:08:42: Die haben in der Stadt gelebt ist die bedeutendste Sammlung der flämischen Primitiven, wie sie genannt werden.
00:08:48: Und es fehlt das schlicht an Platz für neue Ausstellungen", sagt Christoph Stroppe.
00:08:55: Das
00:08:55: Gröninge Museum ist gleich neben Brüsk.
00:08:59: Das ist das legendäre Museum in dem wir unsere Top-Sammlung von den Flärmischen Primitives zeigen.
00:09:04: Wenn wir jedoch mal eine temporäre Ausstellung zeigen wollten, mussten wir ein paar Räume des Gröningemuseums dafür leerräumen –
00:09:11: d.h.,
00:09:13: Sogar die flermischen Primitiven mussten aus dem Gröninge Museum herausgebracht werden.
00:09:19: Dann wurde die temporäre Ausstellung dort aufgebaut und drei Monate später das Ganze wieder zurück.
00:09:24: Das ist definitiv nicht gut für die Kunstwerke, deshalb brauchten wir separate Heilen der temporären Ausstellungen.
00:09:32: Das war es was wir als Brücke-Museum benötigten.
00:09:42: Brügel ist ja bekannt für seine geschlossene historische Altstadt, die auch von den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Glück verschont blieb.
00:09:50: Was war denn eigentlich vorher an dem Ort wo jetzt die neue Kunsthalle entstanden ist?
00:09:55: Ja da gebe ich gleich mal weiter an Christus Strube.
00:09:57: das habe ich sie nämlich auch gefragt.
00:10:02: Vor Brüsk war hier eine Schule und viele Bewohner von Brüge sind hier zur Schule gegangen.
00:10:06: Und als der Stadtrat entschieden hat, dass diese Ausstellungshalle hier gebaut werden soll wurde die Schule abgerissen und in einen anderen Teil von Brücke verlegt.
00:10:15: Und viele Menschen in Brücke, die hier zur Schule gegangen sind haben eine Menge Erinnerungen an diesen Ort.
00:10:20: Sie sind ja froh herzukommen und zu sehen was hier jetzt gebaut wurde.
00:10:28: Ahja das ist ja eine interessante Anbindung an die Stadtgeschichte.
00:10:31: dann wären also viele Einwohner und Einwohnerin von Brügger an diesem neuen Ort Brüsk mit ihren ganz eigenen Erinnerungen kommen.
00:10:39: Und wenn Sie jetzt hingehen, du hast schon die Eingangssituation ein bisschen geschildert... Was sehen sie noch?
00:10:44: Also für eine Eingangshalle gehen Veranstaltungsräume ab wo auch später dann Konzerte Lesung und ähnliches stattfinden werden.
00:10:52: und wie gesagt es gehen zwei Treppen hoch und wenn man diese Treppen Hoch geht sieht man einen Fresco von Laura Pruvo.
00:10:59: Oh, das ist ja ein bedeutender Name den Sie dann gewonnen haben.
00:11:03: Das ist eine recht bekannte französische Künstlerin und Filmemacherin.
00:11:07: Ich glaube die hat auch mal den Turner-Price bekommen und Venedig war sie glaub ich auch.
00:11:11: auf der Bienale, hat Brügge sich wie immer ein sehr renommiertes geleistet.
00:11:16: Absolut!
00:11:16: Ein sehr renomierte international anerkannte Künstlerinnen und als sich mit ihr Sprach also vor der Eröffnung wirkte sie ein bisschen erschöpft aber auch sehr glücklich mit ihrer Arbeit in Brüsk.
00:11:30: Als ich die Einladung bekam, war es immer ein Traum für mich gewesen mit einer Fresco-Technik zu arbeiten.
00:11:36: Es ist etwas, was ich noch nie gemacht habe – eine große Herausforderung auch Leute zu finden, die diese Technik kennen, die die Technik immer noch benutzen!
00:11:45: Es ist eine magische Technik.
00:11:47: Es isst eine chemische Techniek und eine chemischere Aktion zwischen Pigment und Kai.
00:11:51: Wenn es trocknet und auf der Oberfläche eine Art Brillanz entsteht, die so wunderschön ist...
00:12:05: Er spendet auf der
00:12:15: Süße und kreiert eine Art Brillance, die so schön ist.
00:12:26: Aber es geht schon in die Richtung.
00:12:29: Die Farben, die sie benutzt sind größtenteils sehr durchscheint fast aquarellhaft.
00:12:34: Dadurch wirkt das Treppenhaus auch sehr hell und das Bild heißt The Whispering Walls Reve.
00:12:42: Also das ist französisch Englisch und heißt übersetzt so viel wie der Traum der flüsternen Wände Und was man sieht, das sind Gebäude der Stadt Brügel den Belfried, die typischen mittelalterlichen Bürgerhäuser Kanäle und auf der andere Seite aber auch florale pflanzliche Darstellungen
00:13:02: Blüten,
00:13:03: Blätter.
00:13:04: Und insgesamt ließ sich Lord Provost von der Architektur des Gebäudes inspirieren.
00:13:13: Es ging um dieses Gebäude – und um den Dialog zwischen der Stadt- und der Natur Zwischen Mensch und Natur.
00:13:20: Die beiden Positionen waren ziemlich klar, weil ein Fenster nur supergrün ist.
00:13:25: Da ist der Park und ein Fenstern geht zur Stadt – da ist die Gemeinschaft, ist die Behörde sind die menschlichen Systeme.
00:13:32: Das wurde das Thema für mich.
00:13:34: An einer großen Wand geht es auch um Frauen, die für mich wichtig waren Um die Position der Frau in der Geschichte, die sehr sichtbar wird.
00:13:41: Man sieht Frauenporträts und Frauen, wie sie ihre Rechte kämpfen oder eine gerechtere Welt.
00:13:53: Das klingt, als wäre auch Feminismus ein zentrales Thema für Lore Prouvu bei diesem Fresco gewesen.
00:14:02: Unbedingt!
00:14:03: Also man sieht viele Frauen, demonstrierende Frauen, Frauen mit Kindern über dimensionale weibliche Brüste aber dazwischen auch immer wieder Farbe-Wesen Wesen aus einem Traum Gegenstände, Früchte.
00:14:18: Eine Clementine die als Objekt in das Gemälde integriert ist also auch so skulptural aus der Oberfläche hervortritt.
00:14:26: Es ist kein typisch realistisches Gemäle.
00:14:29: es ist eine Mischung aus Stadtansicht und Fantasiewelt würde ich sagen Und Lord Provost erzählte mir dass viele Elemente des Bildes auch symbolhaft sein.
00:14:40: Wenn man ein Fisch sieht bedeutet das für mich Zusammenhalt.
00:14:44: Wenn man eine Clementine sieht, bedeutet es Liebe.
00:14:47: Es gibt ein ganzes Lexikon das ich auf diese Weise erschaffen habe wo es Dinge gibt die einen an andere Dinge denken lassen.
00:14:54: Es gibts Symbole die immer wieder erscheinen und natürlich gibt es auch viele weibliche Brüste die ein Gefühl für die Fruchtbarkeit vermitteln Die Fruchtwahrheit der Natur, die Kraft der Natur.
00:15:07: Und wie hat die Künstlerin nun dieses Gemälde realisiert?
00:15:11: so wie Michelangelo in der sextinischen Kapelle tatsächlich weitgehend alleine gemalt, dann hätte sie ja wahrscheinlich Jahre dafür gebraucht.
00:15:18: oder hat sich auch etwas über ihre helfenden Hände verraten?
00:15:24: Ja das hat sie.
00:15:24: Also sie hat es nicht ganz alleine gemacht.
00:15:27: Sie hatte auch Probleme zum Teil mit der Fresco-Technik auf den glatten trockenen Wänden und ist deshalb auch teilweise auf die Sekotechnik umgestiegen, die sich auf trockene Mauerwerk besser realisieren lässt.
00:15:38: aber nein!
00:15:39: Sie war nicht allein im Treppenhaus.
00:15:45: Zehn Maler haben hier in den letzten vier Monaten fast Tag und Nacht gearbeitet.
00:15:50: Es war sehr kompliziert, aber es war wundervoll!
00:15:53: Wir waren meistens ein weibliches Team von Mahlerinnen und Künstlerinnen – ich bin sehr stolz auf das Team aus Frauen die meistens daran arbeiteten.
00:16:04: So jetzt haben wir also im Geiste schon diese wahrlich sehr spektakuläre Eingangshalle, der neuen Kunsthalle Brüst durchquert.
00:16:13: Wir gehen jetzt imaginär die Treppen hoch vorbei an dem Fresco was du eben gerade so schön beschrieben hast.
00:16:20: Was erwartet uns nun als nächstes?
00:16:22: Oben sind dann die beiden Ausstellungs-Hallen, die an der höchsten Stelle dreizehn und ein halb Meter hoch sind?
00:16:28: also es wirklich... Ja, riesig!
00:16:30: Und die eine Halle ist achthundert Quadratmeter groß.
00:16:33: Die andere sogar tausend.
00:16:35: sechshundert Quadratmetern also sind wirklich aus Basis.
00:16:38: da kann man schon was ausstellen und in beiden Räumen gibt es viel Oberlicht ein großes Nordfenster.
00:16:45: dabei ließen sich die Architekten von klassischen Künstler Ateliers etwa dem von Claude Monet inspirieren und zusätzlich wurden das Dach auch noch Öffnungen eingelassen durch die südliches Lichtfeld so dass in den Räum so eine Mischung kühlem Nordlicht und warmen Südlicht entsteht oder entstehen soll?
00:17:04: Ah ja, das klingt auf jeden Fall nach einer sehr attraktiven Lichtsituation.
00:17:09: Hat die sich denn auch schon jetzt bei den ersten beiden Ausstellungen bemerkbar machen können?
00:17:13: Leider noch nicht weil bei den beiden Eröffnungsausstellungen beide Räume abgedunkelt waren.
00:17:20: Okay dann verrat uns doch mal was waren die ersten beiden Aussstellungen die hier eröffnet wurden?
00:17:26: Das war einmal eine historische Ausstellung über Brügel mit dem Titel Bigger Picture und einer Ausstellung des türkisch-amerikanischen Medienkünstlers Refik Anadol, mit dem Titel Latent City.
00:17:40: Wo wollen wir zuerst reingehen?
00:17:42: Lass uns mal bei Refik ANADOL vorbeischauen ein Künstler der mit KI arbeitet.
00:17:47: also er sammelt Daten und kreiert daraus Farben und Formen Und bei der Gpressekonferenz in der Kunsthalle Brüsk war Refek Anadolnyk selbst anwesend.
00:17:58: Er wurde aber aus Los Angeles, wo er lebt zugeschaltet um seine Arbeitsweise zu erklären.
00:18:07: Zunächst einmal war es im Jahr two-tosend acht als ich den Begriff Data Painting geprägt habe.
00:18:14: Zeichensysteme die wir gestalten können waren schon immer die Inspiration für meine Arbeit und wenn ich mir Daten anschaue also Informationen, die gerade jetzt für die Menschheit so wichtig sind sehe ich keine Zahlen aber ich sehe eine Art von Daten etwa gespeicherte Erinnerung.
00:18:33: Erinnerungen, die jede Form, jede Farbe, jede Gestalt und jede Textur annehmen kann.
00:18:39: Es ist eine Art neues Pigment das nicht trocknen muss dass jede Form annehmen können und keine Probleme mit der Newtonischen Physik hat.
00:18:48: Es tropft nicht auf den Boden und trocknet nicht.
00:18:51: Und ich hatte einfach das Gefühl, dass dies vielleicht genau die Welt ist in der wir uns als Menschheit bewegen.
00:19:04: Gut so ganz kann ich mir noch nicht vorstellen was ich dort sozusagen als Augenfutter bekomme was sich dort sehen werde?
00:19:12: Nein aber Matthias gleich ja!
00:19:15: Hier gibt es erstmal etwas zu hören.
00:19:22: Okay, und was ist das?
00:19:24: Das ist der Soundtrack der Ausstellung von Refik Anadol.
00:19:29: Man hört diesen Sound und betritt die abgedunkelte Halle und steht vor allem ca.
00:19:33: zehn Meter hohen Monitor auf dem in sehr ästhetischer Weise die Farben- und Formen so ineinander fließen.
00:19:41: man hat manchmal das Gefühl etwas Gegenständliches zu erkennen dann verschwindet es aber sofort wieder Und in diesen sich stets verändernen Gebilde aus
00:19:53: Farben
00:19:54: und Form, ist man sich nicht sicher.
00:19:57: Was ist real?
00:19:58: War das jetzt wirklich ein gegenständliches Gebilde was ich gesehen habe oder nicht?
00:20:02: Das ist ja auch eine Frage die sich durch KI immer wieder stellt – was ist
00:20:06: real?!
00:20:08: Darauf ist auch Griffig Anadol in der Pressekonferenz eingegangen.
00:20:16: Meine Frage lautete, was liegt jenseits der Realität?
00:20:21: Und diese Frage führt mich zur KI und zwar in dem Sinne Was passiert wenn eine Maschine lernen kann.
00:20:29: Das hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und jetzt wird es durch die Ausstellung in Brüger auf die nächste Stufe gehoben.
00:20:36: Für unsere Ausstellung gibt es einen unglaublichen Datensatz.
00:20:40: Wir hatten mehr als acht tausend Bilder von Menschen Metadaten von seventy-fünf tausend Objekten und hunderttausend Bilder von Brügger aus den späten neunzehntundersiebziger bis frühen neunzenhundertachtziger Jahren.
00:20:53: Mehr als eine halbe Million digitaler Scans aus den Archivdokumenten zur Geschichte von Brügge.
00:21:00: Das sind unglaubliche Daten, die auf ethische Weise gesammelt wurden um Kunst zu schaffen!
00:21:07: Und so hat sich unsere Ausstellung im Laufe der Jahre entwickelt – und wird sich auch weiterhin entwickeln weil es ein lebendiges Kunstwerk ist, kann sich weiterentwickeln wie das Leben.
00:21:21: Ich vermute, Rifik Anadol wird ähnlich wie Lor Prouvu auch nicht allein arbeiten?
00:21:28: Nein er gründete im Jahr zwei Tausend vierzehn das Rifik-Anadol Studio in Los Angeles dem Bei den alten Meistern ein Team erarbeitet, ein Team aus Künstlern, Architekten, Wissenschaftlern und IT-Experten die digitale Kunstprojekte realisieren.
00:21:46: Er hat ja auch in seinem O-Ton, den du hier eingespielt hast – auch das Wort ethisch verwendet -, dass er bei unseren Diskussionen über KI immer eine große Rolle spielt.
00:21:55: Wo kommen denn bei ihm die Daten her?
00:21:57: Und wie geht der damit um?
00:21:58: Absolut!
00:21:59: Ethik ist ein Thema und noch dazu hat er sich bei der Pressekonferenz im Brücke geäußert.
00:22:09: AI bedeutet für die Menschheit neue Möglichkeiten, aber ich glaube mit Möglichkeiten gehen auch Verantwortungen einher.
00:22:17: Insbesondere künstliche Intelligenz – diese extrem leistungsstarke Technologie unterscheidet sich stark von den Erfindungen der Renaissance wie der Druckerpresse, der Elektrizität oder anderen.
00:22:31: Und wenn wir mit KI arbeiten, tauchen in vielen Fällen so viele tiefgreifende Fragen auf.
00:22:38: Als Studio haben wir seit zehn Jahren immer dasselbe getan.
00:22:41: Wir trainieren immer unsere eigenen Modelle.
00:22:43: Wir arbeiten mit unseren eigenen Daten – das unterscheidet unseren Weg von reinen kommerziellen Tools und ich glaube genau da stehen wir
00:22:53: heute.".
00:22:58: An den Wänden des Ausstellungsraumes befinden sich auch weitere Monitore, auf denen Rific Anna-Dolz zeigt wie sein Team aus den Daten verschiedener Städte wie Berlin, New York, Portland oder eben auch Brücke Algorithmen entwickelt die diese Städten als quasi lebendige Wesen neu erfinden.
00:23:19: Als Studio verbringen wir manchmal mehr als acht Monate damit Daten zu kuratieren.
00:23:25: wenn man dies ethisch korrekt tut Also weiß woher die Daten stammen und wie sie funktionieren, erhält das Kunstwerk sein eigenes Vokabular.
00:23:34: So wird das Kunstwerks präsent.
00:23:36: Als Künstler bin ich natürlich dafür da zu definieren was es tut, wie es funktioniert und welche Farben und Formen es hat.
00:23:45: Ich habe das Gefühl dass es den menschlichen Geist bereichert.
00:23:52: Acht Monate lang Daten kuratieren.
00:23:54: Das klingt ja nach einer unglaublichen Rechenleistung, die da angewandt wird.
00:23:59: Wir wissen, Rechenleistungen kosten auch viel Energie.
00:24:01: Kann man es noch unter ethisch oder nachhaltig verbuchen?
00:24:05: Refik Anadol sagt Ja!
00:24:07: Er sagt er habe mit seinem Studio einen Weg gefunden, auch nachhaltlich zu arbeiten.
00:24:17: In unseren Projekten nutzen wir zum Beispiel nachhaltige Rechenenergie.
00:24:22: Ich glaube, wir verbrauchen weniger Energie als zum Aufladen von zwei iPhones oder Smartphones – das ist kein Zufall sondern eine bewusste Praxis!
00:24:32: Seit drei Jahren also seit Beginn unserer Forschung an großräumigen Naturmodellen nutzen wir ebenfalls nachhaltiger Energie.
00:24:40: In den Niederlanden und in Oregon gibt es zwei Orte auf der Welt, an denen wir diese künstlerische Praxis umsetzen können.
00:24:48: Und das ist auch sehr wichtig!
00:24:50: Die Herausforderung besteht darin wie wir sicher sein können dass wir diese neue Technologie ethisch verantwortungsvoll einsetzen und die Rechenleistungen nachhaltig beschaffen damit wir der Natur keinen Schaden zu fügen während wir uns die Zukunft ausmalen.
00:25:09: Gut, das ist ja auf jeden Fall schon mal eine sehr interessante Eröffnungsausstellung.
00:25:14: Aber es gibt ja noch ne zweite hattest du erwähnt die sich mit dem historischen Brücke beschäftigt.
00:25:19: Richtig!
00:25:19: Es geht um die mittelalterliche blühte Zeit von Brügge – von neunhundert bis fünfzehnhundertfünfzig oder wie es einer der Kuratoren sagte?
00:25:29: Die Entwicklung der Stadt vom Junk-Schauspieler zum Charakterdarsteller.
00:25:34: Oh, das is originell ausgedrückt Einer der Kuratoren, das heißt für diese Ausschauung gab es mehrere.
00:25:42: Ja genau ein Team von Historikern und Kunsthistorikern, Islamwissenschaftlern und Archäologen, dass unter der Leitung des britischen Historikers Peter Franco Pan einen Konzept erarbeitet hat um die globale Vernetzung Brügges im Mittelalter zu zeigen.
00:26:01: auch schon mal gehört, aber hilft mir nochmal auf die Sprünge.
00:26:04: Ja Franco Penn ist so ein bisschen sowas wie ein Rockstar unter den Historikern, Bestsellerautor.
00:26:10: vor allem mit seinem Buch Die neuen Seidenstraßen wurde ja auch hierzulande bekannt und sein Ansatz ist vor allem den historischen Fokus von Europa auf den orasischen Raum zu verlagern.
00:26:21: Und genau diesen Ansatz verfolgt er auch in dieser Ausstellung durch die er die Presseleute wie mich höchst selbst dann führte.
00:26:29: Die
00:26:31: frühen Geschichten von Brügge sind mit Seewegen verbunden, insbesondere mit denen in Richtung Norden.
00:26:37: Und Brügger unterhält sehr starke und bewusste Verbindungen zu vielen verschiedenen Teilen der Welt.
00:26:43: Direkt hinter ihnen – nur um Ihnen eine Vorstellung davonzugeben – befindet sich ein sehr schönes, sehr altes Objekt möglicherweise eine Wäscheklammer aus dem fünften oder sechsten Jahrhundert Und oben ist ein kleiner roter Punkt, der zu einer Gelande gehört.
00:27:00: Von der wir wissen dass sie entweder aus Süd-Indien oder aus Sri Lanka stammt.
00:27:06: So wird Brügel bereits als Ort dargestellt, der nicht nur mit der maritime Welt verbunden ist sondern auch mit der Nordsee wo sich die Oberschicht solche Dinge leisten kann, sich aber bereits Gedanken darüber macht woher die Waren stammen und wie Sie über diese Fernhandelsnetze hier her gelangen.
00:27:26: Da hört man schon im Hintergrund, da es einiges los wirkt auch ein wenig immersiv als ob man Teil von einer kleinen Zeitreise praktisch wäre.
00:27:36: Es gab noch eine Parallelführung und auch eine gewollte Geräuschkulisse die den maritime Raum mit Möwengeschrei illustrierte.
00:27:45: Und die Ausstellung ist in fünf Bereiche unterteilt – da gibt es einmal die Nordseewelt, die christliche Welt, die mediterrane Welt, Und ein Bereich, der hieß einfach andere Welten und damit sind dann vor allem Erfindungen und technische Entwicklungen gemeint.
00:28:02: Also etwa Sonnenuhren- und
00:28:04: Navigationsinstrumente.".
00:28:10: Wir haben viele Dinge die ich als alltäglich bezeichnet habe – und hier haben wir das weltweit erste Instrument mit Zahnradgetriebe, das aus meiner eigenen Heimat der Universität Oxford stammt dort in der Ecke Denn mathematische Berechnungen sind wichtig, um schnell sicher und zuverlässig von A nach B zu gelangen.
00:28:31: Aber hier ging es darum über diese miteinander verbundenen Welten Nordafrikas des Mittelmeerraums, Südspaniens, Italiens und des Nahen Ostens zu sprechen – über den Wissens-Transfer.
00:28:45: Worüber ich Axel bitten werde?
00:28:48: Axel!
00:28:49: Erzähl uns doch bitte ein wenig über den Mittelmeerraum aus deiner Perspektive und wähle vielleicht ein paar Objekte aus, über die du gerne sprechen möchtest.
00:29:05: Axel ist übrigens Axel Langer in Kunsthistorik aus Zürich spezialisiert auf die Kunst des nahen und mittleren Ostens Lieber separat an einem etwas ruhigeren Ort gesprochen und ihn nach seinem Lieblingsausstellungsstück
00:29:21: befragt.
00:29:21: Was ich ganz toll empfinde, ist ein Dolch der im nahe östlichen Gebiete so wahrscheinlich Syrien hergestellt wurde aber mit einer christlichen Ikonografie also da es einen Drachentöter drauf dargestellt.
00:29:38: nur dieser Drachenthöter könnte sowohl als heiliger Georg für einen christlichen Ritter eine Aussage haben.
00:29:45: Aber der Drachentöter selbst ist im Westasien auch eine Heldenfigur, die dann aber nicht religiös aufgeladen ist sondern mehr durch das Buch der Könige, durch die persische Tradition gefüttert wird und so was zu zeigen.
00:30:03: deswegen ist mir dieses Werk
00:30:05: auch teuer.
00:30:06: Es geht in der Ausstellung also auch vor allem darum globale Handels- und Informationsnetzwerke zu verweisen, das schon damals existierte.
00:30:16: Unbedingt!
00:30:17: Und Axel Langer findet, dass das ein Blick ist der absolut gegenwärtig ist?
00:30:21: Ich bin gestern Abend hier angekommen hatte gestern abend hier schon Abend gegessen in einem Restaurant.
00:30:27: da waren lauter Briten.
00:30:29: heute morgen war ich im Frühstücksraum lauter Portugiesen und dann hatte ich mich erinnert Die Engländer spielen eine ganz wichtige Rolle im Frühmittelalter.
00:30:40: Später kommen dann eben die mediterrane Welt.
00:30:43: Italiener, Portugies und Spanier kommen nach Brügel.
00:30:47: Das ist genau das oder?
00:30:49: Ich habe innerhalb von zwölf Stunden das erlebt was die Ausstellung irgendwie in ... Ja wo wir es fünf, sechshundert Jahre zeigen aber das so ist genau dasselbe eigentlich.
00:31:01: Wir nähern uns jetzt langsam dem Ende unseres Podcast.
00:31:04: Wie ist denn dein Fazit nach den ersten beiden Ausstellungen?
00:31:08: Ist da wirklich ein neuer europäischer Hotspot der Kunst in Brügge entstanden?
00:31:13: Ich finde ja, also die Möglichkeiten dort abseits des Trubels zu verweilen mit dem detailreichen Fresco von L'Ore Provo Zeit zu verbringen das ist alles sehr schön und die beiden Eröffnungsausstellungen sind in ihrer Gegensetzlichkeit wirklich interessant.
00:31:27: Also auf der einen Seite die innovative Welt der digitalen Kunst die vielleicht auch ein paar Besucher bruskieren wird und auf der anderen Seite die Anknüpfung an die Kunstgeschichte der Stadt mit einem Fokus auf internationale Beziehungen.
00:31:41: Das ist, finde ich einen wirklich gelungener Auftakt und man darf gespannt sein was künftig in Brust passieren wird!
00:31:48: Vielen Dank lieber Ralph für deine Eindrücke vor Ort.
00:31:53: das klingt alles so... als ob man da unbedingt demnächst mal hinfahren müsste.
00:31:57: Also ich nehme es mir auf jeden Fall vor, ich glaube, im Jahr ist es auch wieder eine Triennale.
00:32:03: Spätestens dann werde ich einmal in Brüggen nach dem Rechten schauen.
00:32:07: Ja toll!
00:32:09: Schön dass du für uns dort warst.
00:32:13: Das war unser Weltkunftsspezial über Brügga und seine neue Kunsthalle Brüsk.
00:32:19: Dieser Podcast ist übrigens mit Unterstützung von Visit Flanders entstanden die das soll aus Transparenzgründen hier auch nicht unerwähnt bleiben, unseren Autor zur Eröffnung der Kunsthalle eingeladen haben.
00:32:32: Wer noch tiefer in das Thema einsteigen möchte, wer noch mehr Informationen haben will oder vielleicht auch Bilder sich anschauen will von der neuen Kunsthale, dem sei die sehr gut aufbereitete Website der Stadt Brügge VisitBerusch geschrieben BRU GES empfohlen, dort findet man jede Menge hilfreiche Informationen für eine gelungene Reise nach Brügge.
00:32:58: Machen Sie es gut und bleiben sie neugierig!
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